Ost-West-Anlagen
Ost-West-Anlagen sind Photovoltaikanlagen, deren Module teilweise nach Osten und teilweise nach Westen ausgerichtet sind. Die Ostseite liefert ihren stärkeren Beitrag am Vormittag, die Westseite am Nachmittag. Zusammen ergibt sich häufig eine breitere Verteilung der Stromerzeugung über den Tag und eine geringere Mittagsspitze als bei einer vergleichbaren Südanlage. Das kann den direkten Eigenverbrauch begünstigen, wenn die Erzeugung zum Verbrauch im Haushalt oder Betrieb passt. Auf Flachdächern ermöglicht die Anordnung zudem oft eine besonders dichte Belegung.
Was bedeutet das in der Praxis?
Auf Schrägdächern lassen sich beide Dachseiten für die Stromerzeugung nutzen. Auf Flachdächern werden die Module häufig mit geringer Neigung paarweise nach Osten und Westen aufgeständert. Gegenüber einer nach Süden ausgerichteten Reihenaufstellung kann dadurch mehr PV-Leistung auf dieselbe Dachfläche passen. Der Jahresertrag pro installiertem kWp kann geringer sein, während der Gesamtertrag der Dachfläche durch die größere Modulanzahl höher ausfällt. Entscheidend sind eine standortbezogene Ertragsprognose und der Abgleich mit deinem Verbrauchsprofil.
Ein einfaches Beispiel
Auf deinem Dach werden zehn Module nach Osten und zehn nach Westen ausgerichtet. Vormittags unterstützt die Ostseite beispielsweise den Betrieb von Haushaltsgeräten. Nachmittags trägt die Westseite stärker zur Versorgung bei, etwa wenn du dein Elektroauto lädst. So kann die Erzeugung über mehr Tagesstunden zu deinem Bedarf passen. Wie viel Netzstrom du tatsächlich einsparst, hängt davon ab, wann die Geräte laufen und wie viel Solarstrom dann verfügbar ist.
Anschauliches Beispiel ohne feste Ertragszusage. Auch Ost-West-Anlagen erzeugen mittags Strom; die genaue Leistungskurve hängt von Neigung, Jahreszeit, Wetter und Verschattung ab.
Welche Faktoren spielen eine Rolle?
Ausrichtung und Neigung: Dachwinkel, Standort und Verschattung beeinflussen die Erzeugungszeiten und den Jahresertrag.
Flächennutzung und Montage: Modulabstände, Wartungswege, Entwässerung und Dachtragfähigkeit bestimmen die mögliche Belegung.
Verbrauch und Anlagenauslegung: Dein Lastprofil sowie eine passende String- und Wechselrichterplanung entscheiden darüber, wie gut sich die Erzeugung nutzen lässt.
Weniger Ballast ist kein pauschaler Vorteil jeder Ost-West-Anlage. Die erforderliche Beschwerung hängt unter anderem von Montagesystem, Windlast, Gebäudehöhe und Dachbeschaffenheit ab.
Andere Begriffe dafür:
- Ost-West-PV-Anlagen
- Ost-West-Solaranlagen
- Photovoltaik mit Ost-West-Ausrichtung
- Ost-West-Photovoltaik