Carbon Footprint
Der Carbon Footprint einer PV-Anlage umfasst die Treibhausgasemissionen über ihren gesamten Lebenszyklus: von Rohstoffen und Produktion über Transport, Installation und Betrieb bis zur Entsorgung oder zum Recycling. Er wird in CO₂-Äquivalenten angegeben und berücksichtigt damit auch andere Treibhausgase. Durch die Erzeugung von Solarstrom können gegenüber einer anderen Stromversorgung Emissionen vermieden werden. Wann diese Einsparungen den Fußabdruck der Anlage rechnerisch ausgleichen, hängt von der Herstellung, dem Stromertrag und der ersetzten Stromerzeugung ab.
Was bedeutet das in der Praxis?
Wer nachhaltig bauen will, fragt Umweltproduktdeklarationen (EPDs) oder Lebenszyklusanalysen (LCA) beim Hersteller an und achtet auf langlebige Komponenten. Für einen sinnvollen Vergleich müssen die betrachteten Bestandteile, die angenommene Nutzungsdauer und die Berechnungsmethoden zusammenpassen. Neben den Modulen gehören auch Wechselrichter, Unterkonstruktion und gegebenenfalls ein Batteriespeicher zur Gesamtanlage. Eine fachgerechte Entsorgung und die Rückgewinnung von Materialien am Ende der Nutzungsdauer sollten ebenfalls eingeplant werden.
Ein einfaches Beispiel
Werden einer PV-Anlage über ihren gesamten Lebenszyklus 6.000 Kilogramm CO₂-Äquivalente zugerechnet und erzeugt sie in dieser Zeit insgesamt 200.000 Kilowattstunden Strom, ergibt sich ein rechnerischer Fußabdruck von 30 Gramm CO₂-Äquivalenten je Kilowattstunde. Dieser Wert lässt sich mit anderen Arten der Stromerzeugung vergleichen, sofern deren Emissionen nach vergleichbaren Methoden ermittelt wurden.
Fiktives, vereinfachtes Rechenbeispiel. Die angenommenen Werte sind keine allgemeine Kennzahl für PV-Anlagen. Tatsächliche Ergebnisse hängen unter anderem von Herstellung, Standort, Lebensdauer und den berücksichtigten Komponenten ab.
Welche Faktoren spielen eine Rolle?
Herstellung und Materialien: Der Energiebedarf der Produktion, der eingesetzte Strommix und die verwendeten Rohstoffe prägen den Fußabdruck.
Stromertrag und Lebensdauer: Je mehr Strom die Anlage über ihre Nutzungsdauer erzeugt, desto geringer fallen bei gleichem Herstellungsaufwand die Emissionen je Kilowattstunde aus.
Transport, Austausch und Recycling: Lieferwege, Ersatzteile und die Behandlung am Ende der Nutzungsdauer beeinflussen die Gesamtbilanz zusätzlich.
Der CO₂-Fußabdruck beschreibt die Klimawirkung. Eine umfassende Ökobilanz berücksichtigt darüber hinaus weitere Umweltaspekte, beispielsweise Ressourcenverbrauch und Wasserbedarf.
Andere Begriffe dafür:
- CO₂-Fußabdruck
- Treibhausgas-Fußabdruck
- Klimafußabdruck
- THG-Fußabdruck